Leonhardi-Ritt zieht 4000 Zuschauer an

Erfolgreiche 5. Auflage der Veranstaltung in Neukirchen vorm Wald – Neuauflage wird es 2014 geben

Zwei starke und prächtig geschmückte Noriker zogen das Gespann mit der Blaskapelle Perlesreut, die auch musikalisch den Leonhardi-Ritt in Neukirchen vorm Wald begleitete. 

Neukirchen vorm Wald. "Zwei Grundelemente des Heimatbegriffs vereint der Leonhardi-Ritt: Tradition und Glaube", stellte Landrat Franz Meyer als Schirmherr des 5. Neukirchner Leonhardi-Ritts fest. Den Umzug bestaunten bei herrlichem Spätsommerwetter 4000 Besucher am Straßenrand. Sie applaudierten 93 Pferden und sieben Kutschen.

Veranstalter war der Tourismus-, Kultur- und Gewerbeverein Neukirchen v.W. Und: Vorsitzender Albert Dick und Geschäftsführer Robert Sageder waren selbst überrascht: Sie hatten zwar im Vorfeld der Veranstaltung Gestüte und Inhaber von Gespannen eingeladen, aber es kamen weit mehr als erwartet. Auch die vielen Besucher bestätigten die Organisatoren, dass sich ihr Leonhardi-Ritt etabliert hat.

Beeindruckt war Bürgermeister Georg Steinhofer von den Zuschauer-Massen, darunter Pfarrer Bernhard Tiefenbrunner, MdL Bernhard Roos, Passaus 2. Bürgermeister Urban Mangold, die Bürgermeister aus den Nachbargemeinden Tittling, Ruderting, Tiefenbach, Fürstenstein und Büchlberg, "Alt-MdL" Konrad Kobler und Gäste aus Saarlouis.

In der Kutsche von Karl Degenhart nahmen gerne Platz (v. l. ): Pfarrer Bernhard Tiefenbrunner, Bürgermeister Georg Steinhofer, Landrat Franz Meyer und Mitorganisator Albert Dick.

Als Schirmherr stellte Franz Meyer den Begriff "Pilgern" in den Mittelpunkt, zitierte Papst Johannes Paul II., der einmal sagte: "Der glaubende Mensch ist jemand, der sich auf ein Ziel hinbewegt", und stellte mit dieser Aussage einen Zusammenhang her zum Leonhardi- Ritt, der auch eine Art Pilgern sei. "Er fußt auf eine im christlichen Glauben tief verwurzelte Anrufung des Hl. Leonhard als Schutzpatron des Viehs und vor allen Dingen der Pferde." Durch die Wahrung dieser Tradition bleibe Heimat ein lebendiger Begriff.

Pfarrer Bernhard Tiefenbrunner zitierte einige Dichter, darunter Dostojewski, der im Buch "Die Brüder Kasamasow" schrieb: "Mensch erhebe dich nicht über die Tiere, denn sie sind schuldlos. Du aber mit deiner Erhabenheit befleckst die Erde". Der Mensch sei von Gott über das Werk seiner Hände als Herrscher über die Erde eingesetzt, müsse aber gerade deswegen immer Ehrfurcht und Respekt vor jeder Kreatur haben. Der Pfarrer erbat für die Pferde und ihre Reiter Gottes Segen und besprengte sie mit Weihwasser.

Den langen Zug führte die Jugendblaskapelle Dreiburgenland-Tittling an, ehe die prächtig geschmückten Gespanne und Pferde durch die Neukirchner Hofmark zogen. Bürgermeister Georg Steinhofer, selbst ein "Pferdenarr", wie er versicherte, stellte die einzelnen Gespanne und Reitergruppen mit ihren Kaltblütern, Haflingern, Quarterhorses und Ponys aus Schönbrunn am Lusen, Jandelsbrunn, Ortenburg, Otterskirchen, Ruderting und natürlich aus der Gemeinde Neukirchen vorm Wald ausführlich vor. Großen Applaus ernteten die Gespanne.

Das Rahmenprogramm bildete der "Neukirchner-Kirchweih-Kirta": An zahlreichen Ständen gab es Waren aus der Region, außerdem einen großen Ross- und Reiterflohmarkt.

Am Ende des Tages betonten die Leonhardi-Ritt-Macher Albert Dick, Robert Sageder und Heinz Anetzberger sowie Bürgermeister Georg Steinhofer einhellig, dass allein schon wegen des Besucheransturms eine Neuauflage 2014 schier "ein Muss" sei.

Text und Fotos von Hans Schauer

Lob und Tadel vom Obernikolaus

Der Nikolaus in Neukirchen v. W.

Neukirchen vorm Wald. Unter den Klängen der Akkordeongruppe der Kreismusikschule, Zweigstelle Neukirchen, bereiteten über 120 Kinder dem "Heiligen Nikolaus" einen herzlichen Empfang im Schulhof. Karl Degenhart vom Gutshotel Feuerschwendt chauffierte mit seinem Pferdegespann den Obernikolaus und seine Helfer auf den mit Fackeln geschmückten Festplatz. Begleitet wurde die "Nikolauskutsche" von Krampussen, die zu Fuß einzogen.

Bürgermeister Georg Steinhofer würdigte das Team des Tourismus-, Kultur- und Gewerbevereins Neukirchen v. Wald, das die Veranstaltung erneut organisiert hat. Nachdem Pfarrer Bernhard Tiefenbrunner Ursprung und Tradition des Nikolausbrauchtums erklärt hatte, las Obernikolaus (Gunther Kölbl) aus seinem goldenen Buch. Sehr zur Freude der vielen Besucher sparte er dabei nicht mit Lob und Tadel: Während er die Bemühungen Steinhofers anerkannte in Sachen Straßen- und Ortskernsanierung und auch die Anschaffung eines neuen Bauhof-Lkw würdigte, kritisierte er, dass der Bürgermeister und Meisterkoch das Motto beim Ferienprogramm "Kochen mit dem Bürgermeister" in ein "Kochen für den Bürgermeister" umwandelte. Die Kleinen waren ja fix und fertig vom Schnipseln und rühren, ja sogar das Feuer mussten sie noch selber schüren. Außerdem stand in seinem Buch geschrieben, dass die neue Siedlung (WA Burgenblick) fast ohne Straßennamen geblieben wäre, hätte der Gemeinderat mit der "Ritter-Tuschl-Straße" nicht doch noch einen Einfall gehabt – auch wenn es schönere Alternativen gegeben hätte wie Pfarrer-Tiefenbrunner-Straße, Bürgermeister-Steinhofer-Gasse oder – in Anspielung auf die Mitorganisatoren des Vereins – Robert-Sageder-Weg bzw. Geier-Klaus-Allee. Dem Ortspfarrer empfahl der Heilige, nicht so oft mit dem Frauenbund zu reisen, damit er besser informiert ist, was daheim passiert. Auch beim Umgang mit dem Personal könne etwas nicht stimmen, wenn der Organist lieber in der JVA als in der Kirche sitzt und der Messner ins Bürgermeisteramt flüchten möchte. Und: Die Kirchenbesucher sollte er nicht immer mit seinem Hobby, dem FC Bayern, plagen. Lob und Anerkennung zollte der Heilige aber Bernhard Tiefenbrunner und seinen Helfern für die Renovierung der Pfarrkirche.

Bevor der Nikolaus unter den Klängen von "Lasst uns froh unter munter sein" verabschiedet wurde, verteilte er noch mit seinen Kollegen Geschenkpäckchen an die zahlreichen Kinder, ehe er sich auf machte zu den Hausbesuchen in den Familien. Was beim Nikolauseinzug in Neukirchen auch nie fehlen darf, ist der Duft von Bratwürsten und Glühwein, die der Tourismusverein anbot.

− rws/Foto: Hönl

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