Lob und Tadel für Pfarrer und Bürgermeister

Mehr als 300 Besucher beim traditionellen Nikolauseinzug des Tourismusvereins

Der Nikolaus in Person von Gemeinderat Erwin Braumandl verliest viel Positives, aber auch einige Schandtaten von Pfarrer Bernhard Tiefenbrunner (hinten l.) und Bürgermeister Georg Steinhofer.

Neukirchen vorm Wald. Der Tourismus-, Kultur- und Gewerbeverein pflegt die alte Tradition des Nikolausgehens von Haus zu Haus und ließ bereits im sechsten Jahr die Nikoläuse und ihre Knechte mit einer Kutsche zum Rathaus vorfahren.

Hier warteten bereits mehr als 300 Besucher, unter ihnen zahlreiche Kinder, sehnsüchtig auf die "Heiligen Männer", um von ihnen beschenkt zu werden. Besonders nahm sich der Nikolaus aber Pfarrer Bernhard Tiefenbrunner und Bürgermeister Georg Steinhofer vor und verlas vor den staunenden Kindern und schmunzelnden Erwachsenen sowohl Positives, aber auch einige Schandtaten aus seinem Goldenen Buch.

Besondere Lobesworte fand er für den beliebten Seelsorger, der gemeinsam mit Kirchenpfleger Anton Muttenhammer Geld für die Innenrenovierung der Pfarrkirche sammelte. Tadelnde Worte gab es für den Pfarrer aber für den Medienrun auf ihn, da er als bekennender Fan des FC Bayern München in ganz Bayern bekannt ist und sich die TV-Anstalten auf ihn stürzen. Da er im Pfarrverband immer schnell unterwegs ist, verhält er sich in den 30er-Zonen nicht immer konform. Auch die Unpünktlichkeit des Pfarrers wurde tadelnd erwähnt und dass er auf dem Fahrrad ohne Helm unterwegs ist. Der Nikolaus bemängelte auch, dass in der Pfarrkirche St. Martin ein Dieb sein Unwesen getrieben und das Sitzkissen des Mesners gestohlen hat. Dieser musste mehrere Wochen auf der "harten Kirchenbank" Platz nehmen, ehe er das Kissen im Beichtstuhl entdeckte.

Für Bürgermeister Georg Steinhofer gab es lobende Worte für seinen Einsatz bei der Ortskernsanierung und dem Bau der neuen Kläranlage und dafür, dass er auf den Baustellen täglich, vorschriftsmäßig mit einer Warnweste gekleidet, anzutreffen ist. Auch die hervorragende Organisation des Leonhardiritts mit einem Kreuz an der Zugspitze erwähnte der Nikolaus lobend. Aber auch der Bürgermeister bekam sein Fett weg, denn in Berlin sei endlich die Mauer weg und in Neukirchen wurde am Friedhof wieder eine aufgebaut. Einen großen Fauxpas leistete sich der Rathauschef, als er eine Hochzeitsgesellschaft begrüßte mit den Worten "Verehrte Trauergemeinde". Hierfür setzte es auch ein paar Hiebe mit der Rute vom Knecht Ruprecht.

Text und Foto von Hans Schauer

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